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Praxisbeispiel für das Heizen mit Öl

Von der energetischen Sanierung der vermieteten Doppelhaushälfte profitieren Eigentümer und Mieter: Der Eigentümer hat den Wert seiner Immobilie gesteigert und für die Mieter hat sich der Wohnkomfort spürbar verbessert. Der deutlich geringere Energiebedarf senkt die Brennstoffkosten und ist zugleich ein Beitrag zum Klimaschutz.

Da das Haus auch während der Sanierungsmaßnahmen bewohnt war, gab es zwar einige bautypische Beeinträchtigungen. Doch alle Handwerker waren darauf bedacht, diese auf ein Minimum zu begrenzen. Und nach nicht einmal drei Monaten war die Modernisierung abgeschlossen.

Ergebnis
vorher
nachher
Primärenergiebedarf:
277 kWh/(m²a)
62 kWh/(m²a)
Einsparung Primärenergie:   78%
 
Investition:   89.959 Euro
Heizölverbrauch:
4.686 Liter/Jahr
990 Liter/Jahr
Heizölkosten:
13 Euro/(m²a)
3 Euro/(m²a)
Einsparung Heizölkosten: 79%
Scala
277 kWh/(m²a) 62 kWh/(m²a)
 
Genutzte Förderprogramme

Aktion Energie-Gewinner von IWO, die KfW-Programme CO2-Gebäudesanierungsprogramm 430/130 sowie BAFA-Förderung für Solarthermie und Kesseltausch.

Heizung

Wesentlichen Anteil an der Energieeinsparung hat die neue Ölheizung mit Solarthermie. Vor der Sanierung wurde zentral über einen Öl-Standardkessel aus dem Jahr 1982 geheizt, während das Trinkwasser mit einer erdgasbetriebenen Wandtherme erhitzt wurde. Beides wurde durch ein Öl-Brennwertgerät mit integriertem 360-Liter-Solarspeicher ersetzt.

 
vorher
nachher
Brennstoff:
Heizöl, Gas
Heizöl
Wärmeerzeuger:
Niedertemperaturkessel
Brennwerttechnik
Kesselleistung:
28 kW
11-20 kW
Tankvolumen:
5.000 Liter
5.000 Liter
Tanktyp:
Standortgefertigter Tank
Standortgefertigter Tank

Solar

Die Solaranlage dient der Trinkwassererwärmung und der Heizungsunterstützung. Um eine optimale Süd-Ausrichtung zu ermöglichen, wurden die insgesamt 12 Quadratmeter großen Röhrenkollektoren auf dem Garagendach installiert.

 
vorher
nachher
Solaranlage:
Keine
Heizung und Warmwasser
Kollektorfläche:
0 m²
12 m²
Kollektorneigung:
0 °
45 °
Kollektorausrichtung:
Süd
Volumen Wärmespeicher:   5.000 Liter

Fenster und Türen

Die alten Fenster stammten aus dem Jahr 1980 und waren bezüglich Dichtigkeit und Wärmedämmfähigkeit nicht ausreichend. Das wurde besonders im Rahmen der Energieberatung auf den Aufnahmen der Wärmebildkamera deutlich. Deshalb wurden neue Kunststofffenster mit Wärmeschutzverglasung eingebaut und die alte Haustür durch eine gedämmte Kunststofftür ersetzt.

Dämmung

Die Außenwände waren wie 1965 üblich als zweischaliges Mauerwerk ohne Dämmung errichtet worden. Im Zuge der Sanierung wurden sie mit einem Wärmedämmverbundsystem aus 16 cm starken Hartschaumplatten und 2 cm Fassadenputz versehen.

Da der Dachboden nur als Abstellraum genutzt wird, musste das Dach nicht gedämmt werden. Stattdessen wurde der Fußboden mit einer trittfesten Dämmschicht versehen. Zusätzlich wurden die Kellerdecken mit 10 cm Polystyrol-Hartschaumplatten verkleidet.

Beschreibung der Besonderheiten

Bei normaler Fensterlüftung geht die Wärme in der verbrauchten Raumluft einfach verloren. Durch die Komfort-Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung kann sie genutzt werden, um die kalte Außenluft zu erwärmen, bevor sie als Frischluft in das Gebäude geführt wird. Das Lüftungsgerät wurde platzsparend auf dem Dachboden untergebracht.

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