
Biobrennstoffe der ersten Generation
Pflanzenöle
Pflanzenöle sind der einfachste flüssige Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Typische Pflanzenöle werden beispielsweise aus Rapssamen, Sonnenblumenkernen oder Sojabohnen gewonnen. Zur Herstellung werden die ölhaltigen Bestandteile der Pflanzen (vor allem das Fruchtfleisch oder die Samen) ausgepresst, ausgeschmolzen oder mit Lösungsmitteln extrahiert. Die so gewonnenen rohen Pflanzenöle werden in der Regel im Anschluss raffiniert.
Der durchschnittliche Flächenertrag in deutschen Anbaugebieten liegt bei etwa 1.400 bis 1.600 Liter Pflanzenöl pro Hektar. Derzeit werden in Deutschland von den rund zwölf Millionen Hektar großen Gesamtackerfläche etwa 1,8 Millionen Hektar für den Energiepflanzenanbau genutzt.
Im Vergleich zu anderen flüssigen Brennstoffen aus Biomasse sind Pflanzenöle wegen der einfachen Herstellung preisgünstig. Allerdings sind sie nicht so lange lagerfähig wie klassisches Heizöl, was sich bei der Anwendung als nachteilig erweisen kann.

Veresterte Pflanzenöle (FAME oder Biodiesel)
Durch die chemische Umsetzung von Pflanzenölen oder tierischen Fetten mit Methanol gewinnt man sogenannte Fettsäuremethylester (Fatty Acid Methyl Ester – FAME), die heute im Markt als Biodiesel angeboten werden. Auch im normalen Dieselkraftstoff sind heute bis zu sieben Prozent FAME enthalten.
In Deutschland wird hauptsächlich Rapsöl zur Herstellung von FAME verwendet; man spricht dann auch von Rapsölmethylester (RME). Durch die chemische Reaktion wird das Pflanzenöl so weit verändert, dass das entstandene FAME ähnliche Eigenschaften wie Heizöl oder Diesel aufweist. Es wird daher auch oft als Biodiesel bezeichnet.
Die Herstellung vom FAME ist technisch aufwändiger als die von Pflanzenöl. Dementsprechend ist das Produkt auch teurer. Der durchschnittliche Flächenertrag pro Hektar für Rapsölmethylester in deutschen Anbaugebieten liegt bei etwa 1.200 bis 1.800 Litern.
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